SMS sind zum Kult geworden
Kaum etwas ist bei den Deutschen heute so beliebt wie SMS schreiben. In hundertsechzig Zeichen vermittelt man seinem Gegenüber Meldungen, die voll von Abkürzungen wie hdl (Hab dich lieb!), cu (See you) oder lol (laughing out loud) sind. Die SMS-Gemeinde hat so ihre Tricks, um ihr Kontingent an Zeichen nicht zu überschreiten.
Sechzehn Milliarden SMS wurden vor vier Jahren allein in Europa versendet. Dabei waren SMS ursprünglich nur eine Art Beigabe zu den Handys, die eigentlich zum telefonieren gedacht waren. Damals waren sie noch kostenlos, heute sind sie eine der größten Ertragsquellen der Mobilfunkunternehmen. Zwischen vier und zehn Cent zahlt man heute je nach Anbieter für eine SMS. Kostenfreie Anbieter sind rar geworden, man findet sie zuweilen noch im Internet. Dort werden die hundertsechzig Zeichen allerdings gekürzt, da oft noch Werbebotschaften angehängt werden.
Wenn man eine SMS schreibt, geht das über die Buchstaben auf einer Tastatur, zum Beispiel dreimaliges Drücken der Taste 3 für den Buchstaben C. Da das auf Dauer anstrengend und aufwendig ist (vor allem für die SMS-Süchtigen), gibt es mittlerweile ein System mit Namen T9. Dies ist eine intelligente Texterkennung. So reicht es für das Wort “Hallo” 42556 einzugeben. Die normale Variante wären zwölf Tastendrucke inklusive einer kleinen Pause, wegen des doppelten L. T9 ist nicht unwesentlich an der starken Verbreitung der SMS beteiligt, die trotz verhältnismäßig teurer Übermittlung der Textmenge, wesentlich beliebter als ein kurzer Anruf geworden ist.